Pottwal Sprache für Fortgeschrittene

Die Dialekte der Pottwale

Pottwale sind insofern ungewöhnlich, dass es gute Hinweise für verschiedene Populationen mit kulturell bestimmtem unterschiedlichen Verhalten gibt. Im Pazifik koexistieren sozial getrennte Gruppen mit unterschiedlichen Dialekten. Im Gegensatz dazu gibt es geografische Unterschiede in den Dialekten im Atlantik.

Wissenschaftler untersuchten Netzwerke von akustischer Ähnlichkeit und soziale Interaktionen für 11 soziale Familien/ Einheiten in der östlichen Karibik. Sie fanden die Anwesenheit von zwei sozial getrennten Gruppen, deren Dialekte sich signifikant unterscheiden.

Die häufigere der beiden Clans produzieren charakteristische 1 + 1 + 3 Coda, während die andere, weniger häufig gesichtete Gruppe überwiegend regelmäßige Codas macht. Dabei wurden Familien  nur mit anderen Familien beobachtet die zur gleichen Dialektgruppe gehören.

Diese Studie zeigt, dass Pottwale mit unterschiedlichen Dialekten im Atlantik eine höhere soziale Organisation aufweisen als sie es im Pazifik tun und so kommen sie Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die kulturelle Identität auf der Gruppenebene wahrscheinlich weltweit wichtig ist in dieser Art.

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Ergebnisse
Die Wissenschaftler identifizierten 388 Coda von 21 Aufnahmen an 3 Tagen in 2 Jahren für Einheit P und 426 Coda von 19 Aufnahmen an zwei verschiedenen Tagen in einem Jahr für Einheit K. Diese wurden den 4116 Coda der neun Einheiten bei früheren Analysen hinzugefügt, so dass insgesamt 4930 Coda im kompletten Datensatz für alle 11 Einheiten aufgezeichnet wurden.

Insgesamt 324 Coda (6,6%) wurden entfernt, da sie nicht eindeutig zuzuordnen waren. Die übrigen 4606 Coda wurden in 22 verschiedene Coda Typen eingeteilt. Codas von fünf Klicks hatten mit 70,9% aller erfassten Coda den größten Anteil.

Die Repertoires der Gruppen wurde von drei vorherrschenden Coda Arten dominiert, die jeweils aus mehr als 10% aller Coda bestanden: „1 + 1 + 3“ (32,7%), „5R1“ (21,9%) und „5R3“ (12,4%). Zwischen diesen Coda Clans konnte auch eine geografische Trennung beobachtet werden.

Meine Anmerkung zum besseren Verständnis:

Die Schlussfolgerung aus diesen Beobachtungen ergibt, dass die kulturellen Grenzen zwischen Gruppen mit unterschiedlichen Dialekten bei den pazifischen Pottwalen nicht sehr stark ausgebildet sind und es auch zu Fortpflanzungen von Tieren mit unterschiedlichen Dialekten kommt. Dagegen sind diese kulturellen Grenzen durch die Sprache (Codas) bei den Pottwalen im östlichen Atlantik viel stärker vorhanden. Dazu kommt, dass die Tiere oftmals auch geografisch getrennt leben und es daher wohl nur selten zu Interaktionen zwischen verschiedenen Clans kommt.

Socially segregated, sympatric sperm whale clans in the Atlantic Ocean

http://rsos.royalsocietypublishing.org/content/3/6/160061 Shane Gero, Anne Bøttcher, Hal Whitehead, Peter Teglberg Madsen
Published 8 June 2016.DOI: 10.1098/rsos.160061