Buckelwale

Die Orientierungskünstler 

BuckelFluke_DSC0116Buckelwale gehören zu den Barten- und Furchenwalen. Sie erreichen Längen zwischen 12 und über 15 Metern. Der wissenschaftliche Name Megaptera  bedeutet Großer Flügel was sich auf die großen Flipper, die Brustflossen, bezieht, die bis zu 5 Meter lang werden können und damit ein Drittel der Körperlänge erreichen. Sie ernähren sich von Krill und kleineren Fischen und essen während der „Futtersaison“ 1 – 2 Tonnen pro Tag.

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Buckelwale wandern, ähnlich wie der Grauwal, zwischen ihren sommerlichen Futtergründen im Nordmeer bzw. der Antarktis zu den Geburts- und Paarungsgründen in den wärmeren Gewässern von Hawaii, der Karibik, Australiens, Neuseelands und der Südsee. Dabei legen sie Strecken von bis zu 10000 km durch offenen Ozean zurück. Während dieser Zeit fasten sie und leben von den Reserven der Sommersaison. 

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Der Bestand der Buckelwale gilt als extrem gefährdet. Die Gesamtanzahl wird weltweit auf 5000 – 7000 Tiere geschätzt. Sie werden mit etwa 5 – 8 Jahren geschlechtsreif und können alle 2 – 3 Jahre ein Junges zur Welt bringen. Die Tragzeit ist wie bei fast allen großen Walarten, mit Ausnahme der Pottwale, etwa 12 Monate. Man schätzt, dass Buckelwale etwa 30 – 40 Jahre alt werden. Aber das weiß niemand genau.

Den Namen Buckelwale haben sie wohl von der charakteristischen Körperkrümmung, die dem Abtauchen vorangeht. Obwohl es auch Theorien gibt, dass der Name auf die kleinen Erhebungen, verursacht hauptsächlich durch Ruderfußkrebse, am Kopf der Wale zurückzuführen ist.

Unbekannt ist die Funktion der, im Gegensatz zu allen anderen Walen, riesigen Brustflossen. Buckelwale gibt es in allen Ozeanen. Sie ernähren sich von Krill und kleineren Fischen. Dabei haben sie erstaunliche Jagdmethoden entwickelt. Ein oder zwei Wale tauchen unter einen Fischschwarm und bilden einen Ring aus Luftblasen um den Fischschwarm. Da kleinere Fische generell turbulentes Wasser meiden, schwimmen sie nicht durch dieses Luftblasennetz. Nun schwimmen alle Wale der Gruppe in diesen Fischschwarm mit weit geöffnetem Maul hinein und fangen so viele Kilogramm Fisch auf einmal. Wie erwähnt, gehören die Buckelwale zu den Furchenwalen. Sie haben im vorderen Drittel ihres Körpers Hautfalten, die sogenannten Furchen. Bei der Nahrungsaufnahme werden diese Hautfalten gespreizt, so dass ein riesiges Reservoir zur Nahrungsaufnahme entsteht. Das mit aufgenommene Wasser wird dann herausgepresst. Den Fischen und dem Krill ist der Ausgang aber durch die Barten versperrt. Der Buckelwal verfügt über bis zu 400 Barten, jeder etwa eine halben Zentimeter dick.

Zu den Furchenwalen gehören außerdem Blau-, Finn-, Sei-, Brydes- und Zwergwale, nicht aber der Grau- und der Glattwal.   

Buckelwale sind wahre Orientierungskünstler. Sie wandern  zwischen ihren Futtergebieten in den nährstoffreichen Randgebieten der Arktis und Antarktis und ihren Brut- und Paarungsgebieten in wärmeren Bereichen. Dabei legen sie, wie der Grauwal ebenfalls riesige Strecken zurück. Erstaunlich dabei ist, dass z.B. der Nordpazifik-Buckelwal aus seinen Futtergebieten um Alaska 4000 km durchs offene Meer schwimmt um dann doch zielgenau an den, im Vergleich zur Größe des Pazifiks, winzigen Hawaii-Inseln zu landen. Dieses einzigartige Orientierungsvermögen führt sie auch wieder zurück in die kalten, aber nährstoffreichen Regionen. Dabei ist noch zu bedenken, dass die Wale auf dem Rückweg seit fast 6 Monaten nichts mehr gegessen haben.

Zu den wärmeren Gebieten zählt auch die Silver-Banks im Norden der Dominikanischen Republik. Mit etwa 3000  Walen ist sie das größte Brut- und Paarungsgebiet der Buckelwale.  Nach einer Tragzeit von 12 Monaten werden hier die jungen Wale geboren. Sie sind bei der Geburt etwa 4 Meter lang und wiegen bereits 2 Tonnen. In den folgenden 5 – 7 Monaten bekommt der Babywal jeden Tag etwa 50 kg der extrem nahrhaften und fettreichen Muttermilch. Dadurch wächst der kleine Wal in dieser Zeit auf die doppelte Länge heran und verfünffacht sein Gewicht. 

Buckelwale sind bekannt als die Artisten unter den Walen. Sie springen meist mehrfach hintereinander mit nahezu ihrer ganzen Körperlänge und Fülle aus dem Wasser um dann mit einem tosenden Donnern wieder auf die Wasserfläche aufzuschlagen. Dabei drehen sie sich manchmal sogar noch um die eigene Achse. Warum die Wale dies tun, kann nur vermutet werden. Eine schlüssige Erklärung dafür gibt es nicht. Berühmt sind auch die Gesänge der Buckelwale. Sie singen nur in den Geburts- und Paarungsgebieten. Man kann den Gesang unter Wasser über viele Kilometer hören. Es wird vermutet, dass nur die männlichen Wale singen. Die Gesänge gleichen sich bei allen Walen, die sich im gleichen Gebiet aufhalten. Pro Saison wird der Gesang etwas abgewandelt, so dass sich das Lied nach etwa 5 Jahren komplett geändert hat. Auch hier wird wieder nur vermutet, warum die männlichen Wale singen. 

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